Reiten Whoopy 2

Durch die gute Vorbereitung am Boden (Bodenarbeit, Longieren, Handarbeit & Freiarbeit) hat das Pferd gelernt respektvoll und motiviert mit dem Reiter zusammen zu arbeiten und es hat Muskeln und Gleichgewicht entwickeln können. Nun können alle Lektionen, die das Pferd am Boden erlernt hat, auch mit in den Sattel übernommen und gefestigt werden.Reiten Floh 1

Das Ziel von gerittenem Straightness Training ist es (wie das Ziel der anderen Trainingskomponenten ebenso), das Pferd so symmetrisch, gesund, geschmeidig, durchlässig, kräftig und motiviert wie möglich zu halten, so dass es in jeder von uns ausgesuchten Sparte des Reitsports im Rahmen seiner Möglichkeiten erfolgreich teilnehmen kann.

Wenn das Pferd physisch, mental und emotional in einer guten und richtigen Balance ist, kann es seinen ‚Job‘ als Reitpferd mit Leichtigkeit und Freude ausführen. Und das ist es, worum es in ST geht.

herd of aids + copyright MdJBeim Reiten können wir uns die natürliche Gewohnheit des Pferdes sich innerhalb einer Herde zu bewegen zu nutzen machen. In der Natur hat das Pferd gelernt sich hinter der Leitstute, vor dem Hengst und zwischen den anderen Pferden zu bewegen.

Beim Reiten muss der Reiter nun diese Rolle der umgebenden Pferde übernehmen. Führen, wie die Leitstute, Treiben / Tempobestimmung, wie der Hengst, und das Einrahmen (mit den Zügeln die Schultern und den Schenkeln die Hinterhand), wie die Pferde rechts und links neben dem Pferd.Reiten Piri

Das Ziel des Reittrainings ist es also das Pferd zwischen diesen Hilfen geradezurichten und ihmReiten Whoopy 1
beizubringen, sich zwischen diesen Hilfen (Sitz-, Schenkel- und Zügelhilfen) selbst zu tragen.

Waldemar Seunig schreibt: „Geraderichtung hat nichts mit der linearen Geradheit der Wirbelsäule in ihrer Längsrichtung, wohl aber alles mit ihrer Geschmeidigkeit zu tun.“

Durch geraderichtende Biegearbeit lässt sich das Pferd gleichmäßig leicht auf beiden Händen in allen Gangarten reiten. Auch beim Reiten sollte die Formgebung des Pferdes immer mit der Bewegung übereinstimmen, damit es zu einer flüssigen, lockeren Vorwärtsbewegung kommen kann. Beim Reiten können wir neben den bereits in der Bodenarbeit und Handarbeit erarbeiteten Hilfen noch zusätzlich auf unseren Sitz als eine sehr wichtige Hilfe zurückgreifen. Ein ausbalancierter Sitz sollte mit der Bewegung des Körpers mitschwingen und so das Gleichgewicht des Pferdes nicht stören und mit fortschreitender Ausbildung beeinflussen und platzieren können.

Am Anfang geht es darum das Pferd nicht zu stören, erst dann dient uns der Sitz als Kommunikationsmittel, erstens in das Pferd hinein zu horchen (weiterhin ohne das Pferd dabei zu stören), um zu sehen, ob die Bewegungen des Pferdes korrekt sind oder geändert werden sollten, und zweitens auf Basis der ‚erhorchten/ erfühlten‘ Information auf die Bewegung des Pferdes Einfluss zu nehmen. Um im richtigen Moment Einfluss nehmen zu können, muss ich aber zu allererst fühlen können.

Jeder Reiter sollte sich der so essentiellen Schwingung der Wirbelsäule und in Folge dessen der Rotation des Brustkorbs bewusst sein, diese erfühlen können, um dieser mit dem Sitz folgen zu können oder sie im richtigen Moment beeinflussen zu können.

Gustav Steinbrecht schreibt: „Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade!“Reiten Floh 3

Unter diesem Vorwärts-Reiten verstehen wir nicht ein möglichst schnelles Vorwärtseilen des Pferdes, sondern, dass die Hinterbeine nach vorne, unter den Sitz, zwischen die Schenkel hineingreifen, damit die Schenkel die Hinterhand koordinieren können. Das Pferd steht ‚zwischen den Hilfen‘.Reiten Floh

Reiten ist eine Frage der Kommunikation, eine Ausbildung von Leichtigkeit, dass das Pferd so leichte Hilfen wie überhaupt möglich an nimmt. Wichtig dafür ist, dass wir die Hilfen dann einsetzen, wenn das Pferd tatsächlich auch reagieren kann. Setzen wir die Hilfen ein, wenn das Pferd eh nicht reagieren kann, müssen wir uns nicht darüber wundern, dass das Pferd abstumpft.

Hier ein kurzer Ausschnitt meiner ständig fortschreitenden gerittenen Arbeit mit Whoopy und Floh im letzten Jahr auf dem Level von Grade III … 🙂

Beide haben die Lektionen im Schritt und Trab verstanden und nun gilt es weiter an der Balance, dem Takt und dem Tempo, der Geschmeidigkeit, der Losgelassenheit, der Formgebung, dem Rhythmus und dem Schwung, also letztendlich der Qualität zu pfeilen und dadurch auch die Galopparbeit anzugehen und zu verbessern  … 🙂

 

 

Impressions of Riding Grade III mit Whoopy (2015)

Impressions of Riding Grade III mit Floh (2015)